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Donnerstag, 14. Mai 2009

Zurück in Deutschland

Seit ungefähr einem Monat bin ich zurück in Deutschland. Der Abschied von den Philippinen fiel schwer, aber mittlerweile habe ich mich hier wieder einigermaßen eingelebt und versuche meine Bachelorarbeit zu schreiben.

Zwischen dem letzten Eintrag und meiner Abreise liegen allerdings zwei Reisen, über die ich abschließend noch ein paar Worte schreiben möchte.

Zuvor jedoch ein kleines Bürokratieupdate: Eigentlich wollte ich meine Notenübersicht direkt aus Manila mitnehmen. Hat nicht geklappt (Noten waren trotz anders lautender Ankündigung noch nicht fertig). Einen Monat später warte ich immer noch darauf. Es kann nicht mehr lange dauern, wie man mir per E-Mail mitteilte. So, jetzt aber noch zwei erfreulichere Geschichten.


Cagbalite Island

Strand von Cagbalite Island - From Philippinen


Der Bruder des Freundes eines Freundes kannte den Inselbesitzer von Cagbalite recht gut (wie das eben so ist). So kam es, dass wir auf dieser hübschen Insel ein paar Tage am Strand verbrachten. Ehrlich gesagt, gibt es dort auch kaum etwas anderes. Es leben nur sehr wenige Menschen dort, Touristen gibt es kaum. Am ersten Tag waren wir so ziemlich die einzigen, später kamen eine handvoll dazu.

Witzig war ein Zwischenfall, in dem wir auf eine Geburtstagsparty philippinischer Kinder am Strand trafen. Die Kinder waren extrem begeistert, dass auf einmal gleich drei weiße Männer auf ihrer Feier waren. Deshalb zeigten sie uns stolz, wie weit man Kröten ins Wasser werfen kann. Eigentlich tat mir die arme Kröte schon Leid, aber die Kinder hatten soviel Spaß und es sah - das sage ich nicht ohne ein etwas schlechtes Gewissen - sehr lustig aus, wie die Kröte sich in der Luft gedreht hat.

Ein Junge greift die Kröte, bevor er sie in hohem Bogen ins Meer schmeißt - From Philippinen


Sehr tierlieb scheinen die Kinder auf dieser Insel nicht zu sein: Käfer an der Leine - From Philippinen


Wie auch immer, die Leute auf der Insel waren nett. Wir haben Lambanok (eine Art Schnaps) mit ihnen getrunken - und sind davon nicht blind geworden - und am Abend haben wir mit dem Inselbesitzer Karaoke gesungen. Er und sein bester Freund haben auch noch weiter gesungen, als wir schon lange schliefen. Erstaunlich, dass es zwar auf der Insel nach 22 Uhr keinen Strom mehr gibt, aber es für die Karaoke-Maschine einen extra Generator gibt!


Batad

Die uralten Reisterrassen von Batad gehören zu dem Beeindruckendsten, was ich je gesehen habe. Das Volk der Ifugao erschuf vor tausenden von Jahren mit einfachsten Hilfsmitteln diese Meisterleistung der Agrarwirtschaft.

Wir hatten Glück und kamen zu einer Zeit, in der der Reis grün auf den Feldern leuchtet. Einige meiner Mitbewohner hatten zu einer anderen Zeit lediglich die leeren, braunen Felder vorgefunden. Es ist zwar sehr anstrengend, ein paar Stunden die Stufen der Reisterrassen hinaufzuklettern, aber der Ausblick über das Tal lohnt sich allemal.

Grüne Reisfelder - From Philippinen


Blick aufs Tal von Batad - From Philippinen



Wieder zurück in Manila, kurz vor der Abreise

Mein letzter Abend auf den Philippinen: Manila Bay - From Philippinen


Zusammenfassend kann ich sagen, ein Auslandssemester auf den Philippinen ist überaus empfehlenswert!

Sonntag, 1. März 2009

City of the Pines

Den ganzen Februar über wird in der "Sommerhauptstadt" der Philippinen, Baguio City, das sogenannte Flower Festival (Panagbenga) gefeiert. Am letzten Wochenende konnten wir uns davon aus nächster Nähe ein Bild machen, wofür wir lediglich eine komfortable sechsstündige Busfahrt in Kauf nehmen mussten.
Wir hatten allerdings nicht mit soviel Andrang gerechnet, weshalb wir am Bus-Terminal in Manila mehr als eine Stunde lang warten mussten, bevor wir überhaupt die Gelegenheit bekamen, ein Busticket zu kaufen. Danach ging zum Glück alles recht schnell.
In Baguio angekommen marschierten wir direkt zur Parade, die an diesem Samstagmorgen gerade dabei war anzufangen. Es schien fast so, als hätten sich die halbe Stadt in farbenfrohe Blumenkostüme geworfen, um den Besuchern eine spektakuläre Show zu bieten.

Diese Mädchen tragen lustige Blumenhüte - From Philippinen


Farbenfrohe Kostüme gehören zur Show dazu - From Philippinen


Diese Männer tragen eher traditionelle Kleidung; sehr zur Freude der weiblichen Mitglieder unserer kleinen Reisegruppe - From Philippinen


Je mehr Blumen desto besser - From Philippinen


Auch das lokale Jollibee-Restaurant (eine philippinische Fastfood-Kette) putzte sich für das Blumenfest heraus - From Philippinen


Auf dem Markt konnten wir frische Erdbeeren kaufen - From Philippinen


Ein paar Stände weiter gab es tierische Köstlichkeiten. Der Verkauf von Hundefleisch wurde nach internationalen Protesten verboten - From Philippinen


In Baguio wird es übrigens in der Nacht so kalt, dass ich trotz Decke ein bisschen gefroren habe. Die Stadt hat sowieso einen ganz eigenen Charakter. Überall stehen Pinien (Baguio, "City of Pines") und auf den Berghängen sind mit der Zeit ziemlich viele Häuser gebaut worden. Trotz einiger Widrigkeiten und des großen Verkehrschaos war die für philippinische Verhältnisse relativ umweltfreundlich wirkende Stadt einen Besuch wert.

Montag, 23. Februar 2009

Wochenende der Superlative: größter Fisch, schönster Vulkan, unbequemster Bus

Region 5 der Philippinen ("Bicol") lockt vor allem mit zwei Sehenswürdigkeiten: Walhaien und dem Vulkan Mount Mayon.

Am Abend wieder wolkenfrei: Mount Mayon - From Philippinen


Die riesigen Walhaie ernähren sich von Plankton und schwimmen quer durch die Weltmeere, um diesen zu finden. Vor der Stadt Donsol in Bicol scheint es besonders leckeren Plankton zu geben, weshalb sich zu dieser Jahreszeit viele von den Walhaien dorthin bemühen. Eine gute Gelegenheit für uns, sich die größten Fische der Welt mal aus der Nähe anzuschauen.

Legazpi City bei unserer Ankunft bei Sonnenaufgang - From Philippinen


Am Strand von Donsol - From Philippinen


Bevor es dazu kam mussten wir uns ein ca. 20-minütiges Informationsvideo der WWF anschauen, in dem alle Regeln für das Schwimmen mit den Riesenfischen erklärt wurden, die im Anschluss von den Tourguides gebrochen werden sollten. Z.B. ist nur ein Boot pro Walhai vorgesehen. Wenn aber nur ein Walhai da ist und zehn Boote? Da will natürlich jeder der erste sein.

Unser Späher hält Ausschau nach Walhaien - From Philippinen


Nach dieser informativen Veranstaltung machten wir uns auf die Suche mit dem Boot. Vier oder fünf Stunden ließen wir uns gemütlich durch Meer schiffen, ein Nickerchen ab und an, um sich von der anstrengenden Busfahrt zu erholen. Irgendwann hieß es dann "Get ready!" und in Sekundenschnelle waren Flossen und Tauchermasken angezogen und wir sprangen ins kühle (eigentlich recht warme) Nass. Der Anblick ist unbeschreiblich und extrem respekteinflößend. Der ganze Walhai ist nicht zu sehen, immer nur ein Teil, weil er so gewaltig und so nah ist. Der schwarze Körper mit weißen Punkten gleitet so geschmeidig an einem vorbei, dass es fast unwirklich wirkt. Zudem hat man das Gefühl dem Fisch ausweichen zu müssen, weil er durch die Tauchermaske noch um einiges dichter und größer wirkt als er tatsächlich ist.
Das Warten hat sich gelohnt. Am Horizont wachte schon die ganze Zeit der perfekt kegelförmige Vulkan Mount Mayon über uns, den wir zwei Tage später erklimmen wollten.

Eine weitere große Spinne - From Philippinen


"Erklimmen" heißt in diesem Fall bis hinauf zum "Camp 1", was auf ca. 2500 Fuß angesiedelt ist - und auch wieder hinab. Unser offiziell akkreditierte (darauf legte er sehr viel Wert, vermutlich, um seinen höheren Preis zu rechtfertigen) Führer jagte uns in recht zügigem Tempo den Berg hoch - und in noch zügigeren Tempo wieder hinunter.

v.l.n.r.: "Cokie", Sebastian, Manuel und ich in Camp 1. Nicht im Bild: Thies, der mit Fieber im Bett liegt. - From Philippinen


In diesem Quellwasser füllten wir unsere Flaschen wieder auf - From Philippinen


Dieser Wasserbüffel versperrte uns beim Abstieg kurzzeitig den Weg - From Philippinen


Er nennt sich "Cokie" (wie "Cookie", nur mit einem "o") und arbeitet hauptberuflich als Production Supervisor bei Coca-Cola. Am Wochenende verdient er sich ein bisschen Geld als Fremdenführer dazu. Das braucht der 32-Jährige auch, denn er hat vier Töchter zu ernähren - von vier verschiedenen Frauen, wie er uns erzählte.
So langsam komme ich dahinter, was es mit der Überbevölkerung hier auf sich hat.
Während der Besteigung selbst war der Gipfel leider etwas wolkenverhangen, aber im Sonnenaufgang und -untergang war der Vulkan in seiner ganzen Pracht zu sehen. Er gilt laut Reiseführer als schönster Vulkan der Welt.

Die unbehaglichste Busfahrt der Welt gab es direkt im Anschluss. Wir hatten naiverweise gedacht, man könnte doch beim Bus ein wenig sparen, wer braucht schon AC und CF - allerdings hätten wir vorher einmal probesitzen sollen. Die Sitze der "Superlines"-Busse (komplett mit original Superman-Logo) hatten sowenig Beinfreiheit, dass ich den Fußraum von zwei Sitzen benötigte und mein Mitbewohner Thies, der ähnlich groß wie ich ist, seine Beine gänzlich auf dem Mittelgang ausbreiten musste. Trotzdem war es immernoch sehr unbequem. Da der Bus zudem alle paar Meter anhielt, um immer mehr Passagiere ein- und aussteigen zu lassen, brauchten wir diesmal auch statt acht ganze zwölf Stunden für den Weg.
Merke: bei längeren Fahrten lieber ein paar Euro mehr ausgeben. Das Busunternehmen "Philtranco" bietet wesentlich größeren Komfort, auch für große Menschen.

Thies vor unserem "Superlines"-Bus. Noch lächelt er. #Superunbequem - From Philippinen


Bei einem der zahlreichen Stopps. Das Lächeln ist inzwischen verschwunden - From Philippinen


Umso angenehmer zu hören, dass an diesem Montag die Uni wegen eines Feiertages ausfiel und ich meinem Körper noch ein paar mehr Stunden Regeneration gönnen konnte.

Mittwoch, 18. Februar 2009

Unistress und Urlaubsinsel

Endlich! Ein bisschen Zeit um mal wieder diesen Blog zu aktualisieren.

Die letzten Tage waren sehr stressig, da diverse Paper und Präsentationen anstanden. Trotz gelegentlicher sprachliche Ausflüge seitens meiner Kommilitonen ins Tagalog (auch mit Sprachkurs reichen meine Kenntnisse noch nicht für tiefergehende Konversationen) verlief die Gruppenarbeit ganz gut. Nicht besser oder schlechter als in Ilmenau auch. Heute war die vorerst letzte Präsentation dran, in Advertising Management. Nächste Woche besuchen wir mit dem Kurs das Büro einer größeren Werbeagentur, in der unser Dozent Account Manager ist. Sehr praktisch.

Bevor der Unistress jedoch richtig losging, hatte ich nochmal die Gelegenheit, ein Wochenende der Erholung zu genießen. Boracay - sagt man - hat den feinsten Strand der Philippinen. Soweit ich das beurteilen kann, stimmt das auch. Der perfekte Ort um ein wenig bei einer Massage unter Palmen zu entspannen. Ein philippinischer Freund konnte mir und zwei Freunden sogar eine günstige Bleibe verschaffen, da er die Besitzer eines der Hotels kennt.

Der Sonne entgegen - Blick aus dem Flugzeug nach Boracay - From Philippinen


Es gibt sehr große Spinnen, wie diese hier vor unserer Zimmertür. Ich glaube/hoffe aber, dass sie ungefährlich sind. - From Philippinen


Sonnenuntergang am White Beach - From Philippinen


Ansonsten merkt man, dass es so langsam wieder Sommer wird. Tagsüber 33°C, nachts geht es runter auf 25°C. Meine Mitbewohner beklagen sich schon, dass es zu heiß hier im Haus wird. Am Esstisch unterm Deckenventilator ist es aber auszuhalten.

Sonntag, 18. Januar 2009

Sonntag = Strandtag

Um dem Unistress wenigstens für ein paar Stunden zu entrinnen, machten wir uns auf den Weg in die Provinz Batangas. Nach drei Stunden Busfahrt waren wir in Batangas City angekommen, wo uns (die einzigen Weißen in der Stadt zu diesem Zeitpunkt) ca. 1000 Tricyclefahrer überreden wollten, uns für einen natürlich unschlagbar günstigen Preis zum Strand zu fahren.

Ein immer noch viel zu teures Tricycles brachte uns dann an den nächsten "Strand". Leider habe ich kein Foto. Aber die Bezeichnung "Strand" was eine schlichte Lüge: Eine Treppe des "Beach Resorts" führte direkt ins Meer, wo unzählige Müllteilchen umherschwommen; von Sand keine Spur. Laut lachend ob unserer kompletten Fassungslosigkeit machten wir auf dem Absatz kehrt und fuhren mit dem Jeepney (der nicht nur weitaus billiger, sondern auch weitaus bequemer als das für kleine Filipinos gebaute Tricycle ist) weiter zum nächsten Strand.

Zum Glück gab's dort dann Sand und Sonne und klares Wasser. Dazu noch keine Touristen, sodass wir unserer wohlverdiente Entspannung fröhnen konnten.

Sonntag, 4. Januar 2009

Palawan

Über die Weihnachtsferien ging es mit meinem Bruder und ein paar Mitbewohnern nach Palawan. Auf der Insel herrscht die Natur. Elektrizität und fließendes Wasser ist nur partiell verfügbar. Das ist auch gut so, denn der ursprüngliche Regenwald ist einfach atemberaubend.

Es gibt so viel zu erzählen, dass es den Rahmen dieses Blogs sprengen würde. Aber ich werde versuchen, wenigstens einen groben Eindruck zu vermitteln.
Zunächst wäre da zum Beispiel Puerto Princesa, wo unsere Reise begann und auch wieder ihr Ende nahm. Der Bürgermeister der Stadt wird hoch gelobt, dafür, dass er die Stadt so sauber hält (im Vergleich zu anderen philippinischen Städten). In der ersten Nacht dort kamen wir in einer unverschämt günstigen Herberge unter, in der wir allerdings auch sehr froh waren, unsere Moskitonetze dabei zu haben. Palawan ist Malariagebiet.

Am Hafen von Puerto Princesa - From Philippinen


Da es mit Ausnahme von Puerto Princesa auf Palawan keine Geldautomaten gibt, hoben wir am Anfang des Urlaubs das gesamte Budget ab. Ein seltsames Gefühl mit so viel Geld in einer solchen Gegend herumzulaufen.

Bank mit ATM in Puerto Princesa - die einzige Stadt auf ganz Palawan, in der man Geld abheben kann - From Philippinen


Unser erster Zwischenstopp auf dem Weg nach El Nido war Sabang. Dort wählten wir den "Monkey Trail", um zum "Underground River" zu gelangen. Ein riesiger Fluss in einer Tropfsteinhöhle.

Unsere Unterkunft in Sabang - direkt am Strand - From Philippinen


Inmitten von Kokospalmen bereiten Filipinos mit einer Machete kunstvoll und gewandt Kokosnüsse zu.

Frisch geteilte Kokosnuss; sehr ästhetisch - From Philippinen


Der Monkey Trail führt durch dichten Dschungel - From Philippinen


Ein amerikanischer Tourist stellte fest: "The lizard and the monkey are friends." - From Philippinen


Nach Sabang ging es per Bus weiter nach El Nido. Da die Sitzplätze im Inneren schon besetzt waren, machten wir es uns kurzerhand auf dem Dach bequem. Angenehm windig ist es dort oben und man hat einen Wahnsinnsausblick. Nur muss man aufpassen, dass man nicht von Ästen oder Kabeln erwischt wird.
Der Palawan "Highway", die einzige einigermaßen befahrbare Straße von Süd nach Nord ist immernoch eine einzige Baustelle, die zu weiten Teilen noch immer nicht geteert ist. Man sagt, das Geld war schon mehrere Male vorhanden, sogar der Zement schon geliefert, dann jedoch auf seltsame Weise wieder im Sumpf der Korruption versickert.

Auf dem Busdach nach El Nido - From Philippinen


Sonnenuntergang im Bacuit-Archipel vor El Nido - From Philippinen


In El Nido angekommen machten wir bei fantastischem Wetter eine Bootstour durch das Archipel.

Bacuit-Archipel - From Philippinen


An einem anderen Tag dachten wir uns, wir lassen uns an einem einsamen Strand aussetzen und übernachten im Zelt in der freien Natur. So weit, so gut. Wir ließen uns also dorthin bringen, samt Hühnchen, was wir uns grillen konnten und genossen maßvoll den einheimischen Rum. Als die Nacht am dunkelsten war, fing es an zu regnen. Zunächst nur leicht. Dann rief unser Tourguide an, um sich nach unserem Wohlbefinden zu erkundigen. Da es uns jedoch noch gut ging und wir stark annahmen, dass er derweil sowieso schon zu betrunken sei, um uns abzuholen, blieben wir.
Die Mädels hatten gerade ihr Moskitonetz am Strand aufgebaut, um unter freiem Himmel zu schlafen, als der Sturm so stark wurde, dass sie es gleich wieder abbauen mussten. Gleichzeitig wurde der Regen heftiger und wir stellten fest, dass unser Zelt absolut nicht wetterfest war.
Zum Glück gab es eine fast fertige Hütte ein paar Meter weiter, in die wir uns zurückziehen konnten. Das heißt, eher eine Baustelle als eine Hütte. Es gab ein Dach, den Betonboden und ansatzweise Wände. Auch eine Tür gab es, aber keine Fenster. Und keine Möglichkeit, ein Moskitonetz anzubringen. Entsprechend zerstochen sahen wir am nächsten Morgen aus - eine abenteuerliche Angelegenheit in einem Malariagebiet.
Außerdem hatte ich in der Nacht das Gefühl, dass sich ein Hund zwischen uns gelegt hat, tat den Gedanken dann aber schnell beiseite und redete mir ein, dass mein Nachbar einfach ein wenig näher gerückt sei. Am nächsten Morgen sagte ich nichts von davon. Aber mein Bruder deutete an, etwas ähnliches bemerkt zu haben. Daraufhin gab auch Thies zu, das Gefühl gehabt zu haben, ein Hund schlief unter uns. Sehr mysteriös.

Auf diesem gemütlichen "Bett" machten wir es uns zu fünft gemütlich - From Philippinen


Unser Führer, der uns um sieben Uhr dreißig am Morgen abholen wollte, hatte dann eine halbe Stunde Verspätung. Das ist in den Philippinen nicht weiter ungewöhnlich. Jedoch: in exakt dieser halben Stunde braute sich ein weiterer sintflutartiger Regenschauer zusammen, der uns den Rückweg versüßte. Ich fühlte mich fast wie an der Ostsee.

Auch im Paradies ist nicht immer Sonnenschein. Während unser Boot Verspätung hat, braut sich ein Unwetter zusammen - From Philippinen


Die Tropen sind nunmal nicht nur Sonne, sondern auch Regen. Das ist der Grund, warum die Natur hier so schön ist und die Pflanzen in einer solchen Vielfalt gedeihen. Palawan und El Nido gehören auf jeden Fall zu meinen Lieblingsorten auf den Philippinen, wenn nicht sogar auf der ganzen Welt!

Silvester verbrachten wir in einem gemütlichen Restaurant mit Bar am Strand, wo die Flut die Wellen bis an die Schwelle spülten.

Abschiedsbild ohne Regen, in der Morgendämmerung von El Nido - From Philippinen

Montag, 1. Dezember 2008

Die Strände von La Union

Lange genug harrten wir im rasenden, tobenden Moloch Manila aus. In einer Megastadt, in der es im Wesentlichen Smog, Armut und Malls zu sehen gibt, lässt sich die Reiselust nicht lange unterdrücken.

Klischeehafter Sonnenuntergang in San Juan (La Union) - From Philippinen


Vergangenes Wochenende ging es für umgerechnet sechs Euro per Bus nach San Juan in La Union. Die knapp sechsstündige Reise brachte uns an einen malerischen, abgelegenen Strand. Zum Surfen waren die Wellen (für uns) allerdings ein wenig zu stark, weshalb wir einen Jeepney samt Surflehrern und -brettern mieteten und uns ein paar Kilometer weiter im Wellenreiten übten. Mein Buddy Ivan, der mir anfang des Semesters zugeteilt worden war, erwies sich als wahres Organisationstalent vor Ort. Er kennt an diesem Küstenabschnitt alles und jeden.

Offizielle "Buddies" - From Philippinen


Drei Tage lang hieß für die ca. 20 Leute unserer bunt-gemischten Reisegruppe es nur am Strand liegen, surfen, baden oder Fruchtshakes trinken. Eine willkommene Abwechslung zum grauen Großstadtalltag.

Entspannen unterm Sonnenschirm: Bart, Marc, Elaine und Ivan - From Philippinen


Sonne, Strand, Meer und ein leerer Handyakku - alles in allem ein Wochenende, wie es sein sollte.

Montag, 24. November 2008

Higantes Festival

Vorbei ist das nasseste Wochenende meines Lebens. Samstag feierten Norbert und Max ihre Abschieds(pool)party. Im Anschluss ging es zum "Higantes Festival" in Angono. Den Namen verdankt es riesigen Figuren aus Pappmaschee, die durch die Straßen getragen werden. Dort ist es Tradition, sich gegenseitig, und insbesondere auffällige Austauschstudenten, von oben bis unten mit Wasser zu übergießen. Das geht dann ein paar Stunden so.
Einerseits ist es ein katholisches Fest (zumindest teilweise), zu Ehren eines Schutzheiligen, andererseits nehmen viele Schwule und andere Männer, als Frauen verkleidet, teil und boten die skurilsten Shows dar. Tausende Kinder stehen am Straßenrand und erfreuen sich am Spektakel. Die Erwachsenen halfen teilweise etwas mit Alkohol, der in Form von Rum und Gin überaus starke Präsenz auf den lokalen Werbeplakaten zeigte, nach. Auf jeden Fall schienen alle jede Menge Spaß zu haben.

Johanna macht eine Ad-Hoc-Bekanntschaft - From Philippinen


Buntes Treiben - From Philippinen


Ein Haufen Kinder schaut dem lustigen Treiben zu. Unten im Bild: eines von vielen San-Miguel-Gin-Werbeplakaten. - From Philippinen


Danach ging es, nach einem kurzen Abstecher zwecks Mittagessen zu einer typischen philippinischen Familie (oder besser gesagt: typische Atenean-Familie), weiter in ein lokales Kunstmuseum. Abschluss des Tages war der Besuch von uralten "Höhlenmalereien".

Unser treuer "God is Love"-Jeepney - From Philippinen


Wenn man den Montag zum Wochenende noch dazuzählen möchte, dann sei gesagt, dass ich dank eines spontanen Regenschauers so nass geworden bin, wie ich durch einen Sprung in den Pool nicht nasser hätte werden können. Ob sich ein neuer Regenschirm für den Rest der Regenzeit noch lohnen würde?

Dienstag, 28. Oktober 2008

Bohol und Einzug

Heute haben wir endlich unser neues Haus bezogen. Ja: Haus. Wirklich sehr schön und groß. Einziger Nachteil: nur Deutsche im Haus (nagut, eine Österreicherin ist auch dabei). Insgesamt wohnen wir also zu siebt in einem Haus, das für fünf Menschen ausgelegt ist. Marienstatuen gibt es hier allerdings für zehn, denn auf den katholischen Philippinen scheint der Grundsatz zu gelten: je mehr heilige Figuren, desto besser. Wird sicher eine interessante Zeit.
Personalkosten in den Philippinen sind generell sehr niedrig. Die Mehrheit der Hausbewohner spielt mit dem Gedanken, einen Tagalog-Lehrer und eine Putzfrau zu engagieren, was ich begrüßen würde, da uns beide der philippinischen Kultur und Mentalität sicher näher bringen würden.

Die sechs Mitbewohner - From Philippinen


Die letzten Tage vor Unibeginn verbrachten wir auf Bohol, einer Insel in den Visayas, die etwas weiter von Manila entfernt sind. Auf diese Weise konnten wir uns noch etwas entspannen und die philippinsche Mentalität ein wenig näher kennenlernen. Insgesamt scheint das Leben hier etwas langsamer abzulaufen.

Am Alona Beach auf Panglao Island (kleine, tropische Insel mit vielen Palmen, Masseusen und Verkäufern bei Bohol, wo man sich hauptsächlich von Pancakes und Mango Juice ernährt) haben ein paar von uns (darunter auch ich) Tauchen gelernt und allerlei bunte Fische (z.B. Kugelfische, Fledermausfische oder Rotfeuerfische) und anderes Getier unter Wasser beobachtet. Man sagt, wer auf den Philippinen Tauchen gelernt hat, hat es schwer, sich woanders von der Unterwasserwelt beeindrucken zu lassen.

Alona Beach auf Panglao - From Philippinen


Beim Tauchen - From Philippinen


Im Anschluss erkundeten wir noch die restliche Insel. Besonders auf die kleinen Tarsiere, kleine Primaten mit riesigen Augen, hatten wir es abgesehen. In einem kleinen Naturschutzgebiet kann man sie in freier Wildbahn anschauen. Im Visitor Center hängen neben diversen Informationen auch Bilder von Prince Charles mit einem Tarsier oder eine Collage, die zur Hälfte einen Tarsierkopf und zur anderes Hälfte den Kopf von Yoda zeigt.

Tarsier - From Philippinen


Eine rasante Erfahrung war danach die Tour durch die Chocolate Hills. Wir mieteten ein paar Motorräder inklusive Fahrer und ließen uns in teilweise recht waghalsigen Manövern durch die Berge, die angeblich durch die Tränen eines Riesen mit Liebeskummer entstanden sind, fahren. Die Fahrer waren sehr erfahren - meiner z.B. fährt diese Strecke seit zehn Jahren und kennt dementsprechend die schönsten Plätze. An dieser Stelle sei bemerkt, dass man als Europäer davon ausgehen sollte, stets einen viel zu hohen Preis genannt zu bekommen, den man dann je nach Verhandlungsgeschick etwas drücken kann. An jenem Tag klappte es ganz gut. An anderen Tagen wurden wir von Wucherpreisen schockiert, die das zehn- oder 20fache des Normalpreises betrugen. Mit der Zeit entwickelt man eine gewisse Gelassenheit gegenüber solchen Dreistigkeiten.

Die Chocolate Hills auf Bohol - From Philippinen


Auch mit dem Motorrad gut zu erkunden - From Philippinen


Alles in allem lassen sich die letzten zehn Tage nur schwer auf so knappem Platz beschreiben. Deshalb möchte ich - getreu dem Motto: ein Bild sagt mehr als tausend Worte - ein paar Fotos sprechen lassen, die ich auf der Reise gemacht habe.

From Philippinen